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Beim WasserholenHonigbienen überwintern im Vergleich zu den Wildbienen oder den Wespen im Volksverband. Möglich macht dies die Fähigkeit dieser kleinen Wesen, ihre Behausung und damit auch das Brutnest selbst zu klimatisieren. Sie erzeugen Wärme, regeln die Luftfeuchtigkeit im Stock und kühlen gleich einer Klimaanlage die Temperatur auch herunter.

Im letzten Blogeintrag wurde beschrieben wie die Honigbienen die Brustmuskulatur in der Schwänzeltanzkommunikation einsetzen. Und genau diese Muskeln spielen in der Temperarturregulation des Bienenstockes eine wesentliche Rolle. Diese nach Aushängen der Flügel in starke Vibration versetzten Brustmuskeln werden zum Anheizen der Körpertemperatur auf bis zu 43 Grad Celsius genutzt. Hiermit sind die Bienen in der Lage, sich gegenseitig in der Wintertraube zu wärmen und mit gleichzeitiger steter Bewegung der Bienenmasse die Kältestarre auch an den äusseren Schichten zu verhindern.

Mit Beginn der Aufzucht der ersten Brut, was noch während des Winters beginnt, heizen die Bienen das Innere ihrer der Traube auf 33 bis 36 Grad an. Diese Temperaturen werden dann auch im Brutnest bis zu Beginn des nächsten Winters aufrechterhalten.

 

Jede einzelne Arbeiterin übernimmt je nach Bedarf das Beheizen der Kinderstube. Die Biene presst hierbei die Brust auf die Zelldeckel und gibt ihre Wärme an die Puppen weiter. Währenddessen berühren zur Temperaturmessung die Fühler den Brutdeckel. Artgenossinnen drängen sich als zusätzliche Wärmeisolierung dicht um die Heizerin. Und um die Brut noch besser wärmen zu können, schlüpft die Arbeiterin auch mal mit dem Kopf in eine der leeren Zellen. Von hier aus beheizt sie somit gleich mehrere, sich in der Nachbarschaft befindlichen Brutzellen. Zwischendurch, so etwa alles halbe Stunde, braucht die erschöpfte Biene eine Pause, in welcher sie neue Energie in Form von Honig tankt. Der grösste Teil des gesammelten Honigs, wird übrigens für die „Volksheizung“ benötigt, sei es nun für das Wärmen des Brutnestes oder der Wintertraube. Nicht umsonst wird der Honigvorrat immer nahe des Brutnestes eingelagert, als kleine Tankstellen für die Heizerbienen auch in einzelnen leeren Zellen innerhalb des Brutnestes.

So wie die Honigbienen in der Lage sind die Temperatur nach oben zu regulieren, so können sie auch nach Bedarf auch Kühlen. Hierbei machen sie sich die Verdunstungskälte des Wassers zunutze. Als Wasserträgerinnen fungierende Arbeiterinnen versprühen über die Brutdeckel einen feinen Film Wasser. Währenddessen ventilieren Artgenossinnen per Flügelschlagen am Stockeingang und zwischen den Wabengassen frische Luft in das Volk.

Während heisser Sommertage ist dies sehr gut am Flugloch der Bienenstöcke zu beobachten.

Wer sich detaillierter über die erstaunlichen Fähigkeiten der Honigbiene informieren möchte, dem kann ich nur wärmstens das Buch „Faszination Honigbiene“ von Jürgen Tautz empfehlen. Hier ist neben dem Wärmehaushalt auch eine Menge über den Wabenbau, die Vermehrung und überhaupt die Physiologie der Honigbiene zu erfahren.

Neues gibt es in der Imkerei Toulouse insofern, dass es wieder neuen Honig anzubieten gibt. Frühjahrsblütenhonig und Rapshonig sind wieder da. Also, füllt Eure Honiglager, den guten Toulouse-Honig gibt es nur begrenzt.

 

 

 

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