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HonigspracheHonigbienen sind soziale Wesen. Als Einzelwesen sind sie nicht überlebensfähig, und nur im Volksverband können sie die Leistungen vollbringen, die so von ihnen bekannt sind: Brut pflegen, Nektar sammeln und einlagern, Waben bauen und vieles mehr. Doch wie erreichen die Bienen dies ohne Koordination? Wir Menschen brauchen für vergleichbare Projekte Anweisungen, Absprachen und Sitzungen und vor allem das Gespräch. All das ist im Reich unserer Immen nicht gegeben. Verständigung bei Bienen unvorstellbar?
Die meisten Leser werden hier gleich widersprechen und die Bienentänze aufführen. Und das mit Recht, die Schwänzel- und Rundtänze der Bienen sind ein wichtiges Mittel der Kommunikation. Informationen wie Entfernung, Richtung und Trachtgüte der Nektarquelle werden so an die Mitschwestern im Stock weitergegeben. Weniger bekannt ist aber, dass die tanzenden Bienen dabei niederfrequente Töne von sich geben. Gleichzeitig reagieren Genossinnen mit ähnlichen Tönen, um die Tänzerin zur Weitergabe einer Kostprobe aufzufordern (Link). Hier wird dann schon klar, dass Bienen sich auch akustischer  Mittel Informationenweitergabe bedienen. Töne spielen nicht nur bei der Tanzsprache eine Rolle, sondern auch unter anderem in Bedrohungssituationen. Jeder Imker kann davon berichten, wie aufgebrachte und im Flug zum Angriff ansetzende Wächterbienen sich mit einem eigenen, besonders lautem Fluggeräusch erkennbar machen – Situationen, in denen ich selbst meist zum Schleier greife. Bienenvölker geben auch bei Weisellosigkeit, also bei Königinnenverlust, ein spezielles, ganz charakteristisches Geräusch von sich, ein lautes Brausen, das für uns Menschen auch außerhalb des Bienenstocks hörbar ist. Und im Rahmen des Schwärmens werden verschiedenartige ebenfalls für Menschen wahrnehmbare Frequenzen erzeugt. So macht die geschlüpfte Jungkönigin sich gegenüber den noch nicht geschlüpften Königinnen mit einem Tüten bemerkbar. Die Rivalinnen antworten daraufhin mit  an Quaken erinnernde Laute (Tüten und Quaken, Universität Würzburg). Auch geben Bienen kurz vor dem Verlassen des Schwarmes piepsartige Geräusche  von sich, vielleicht eine Art Startsignal für den Abflug. Ob nun Piepsen, Brausen, Summen, Quaken oder Tüten, all diese Töne werden mithilfe der Flugmuskulatur produziert. Wie die Bienen nun diese akustischen Signale wahrnehmen, ob sie im eigentlichen Sinne hören können, ist noch nicht endgültig geklärt. Doch höchstwahrscheinlich sind bei der Wahrnehmung dieser Vibrationen die feinen Härchen auf den Antennen und den Beinen und das ebenfalls auf den Antennen befindliche Johnstonsche Organ beteiligt.

Am FluglochEine neue Bienensaison hat begonnen! Alles blüht und summt. Die Bienen sind gesund und entwickeln sich prächtig. Der Nektar fliesst und die Honigräume füllen sich. Es sieht alles gut aus. Was für ein Idyll! Doch Achtung: Die Bienenhaltung hält immer wieder Überraschungen bereit, und das zunehmend der unangenehmen Art. Die Meldungen über Bienenvergiftungen durch Pflanzenschutzmittel und überhaupt deren negativen Einfluss auf Bienengesundheit und -entwicklung nehmen zu. Die Varroamilbe rafft immer wieder ganze Bienenstände dahin, denn dieser Bienenkiller lässt sich immer weniger in die Schranken weisen. Der kleine Beutenkäfer als gefährlicher Bienenschädling hat den europäischen Kontinent über Italien erreicht - ein in der Schweiz vermeintlich vorkommender Befall löst bei uns Imkern schon fast Panik aus. Die asiatische Hornisse, auf dessen Speiseplan unsere Honigbiene mit ganz oben steht, ist seit letztem Jahr in Süddeutschland angekommen.

 

Bio SchildWas unterscheidet eigentlich Bio-Honig von herkömmlichen Honig? Bienen lassen sich doch nicht vorschreiben, wohin sie fliegen und ihren Nektar sammeln sollen. Oder sind Bienen aus Biobetrieben etwa darauf dressiert, nur biologisch bewirtschaftete Felder und Obstanlagen oder Wildpflanzen zu besuchen? In Anbetracht der Tatsache, dass es schon gelungen ist Bienen fürs Minensuchen abzurichten (Link Deutschlandfunk), ist dies keine so abwegige Annahme. Doch zuerst einmal schauen, was denn eine Bioimkerei ausmacht.

Eine zertifizierte Imkerei hat sich, wie andere kontrollierte Biobetriebe, an Richtlinien zu halten. Diese werden von der EU (EU-Öko-Verordnung) und bei Mitgliedschaft in einem Bio-Anbauverband zusätzlich vom jeweiligen Verband vorgegeben.

Die EU-Bestimmungen legen den Mindeststandart fest, während die Anbauverbände weitergehende Regeln hinzufügen. So ist es nach den EU-Richtlinien zum Beispiel erlaubt, den Betrieb nur teilweise auf bio umzustellen. Bei den Bio-Abauverbänden, wie BiokreisBioland oder Demeter, geht das nicht. Und unter den Verbänden selbst gibt es weiter Unterschiede in den Anforderungen. Naturwabenbau oder Vermehrung der Völker über Schwärme hat etwa bei der Demeter-Imkerei ein besonderes Gewicht.

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